Künstlerbuch "El Mar" - Pablo Neruda

limitierte Ausgabe
limitierte Ausgabe

Zusammen mit der Fundación Pablo Neruda, Künstlern, Philosophen und den Bewohnern des Ortes Isla Negra suchte gisela oberbeck nach den Grenzen zwischen dem Meer, dem Zaun und der Erinnerung der Menschen in Chile. Nach sechs Wochen intensiver Arbeit in Chile entstand das Konzept und   der Graphikband zu der Künstleredition "El Mar / Das Meer ".     Der Textband mit drei Übersetzungen von C. Meyer Clason, Fritz Rudolf Fries und Fritz Vogelgsang  sowie der Originaltext wurde von  Christa Schwarztrauber (Handsatzwerkstatt Fliegenkopf, München) von Hand gesetzt.
Zum 100.Geburtstag von Pablo Neruda am 12. Juli 2004 wurde das Künstlerbuch öffentlich präsentiert.

fotos künstlerbuch: mario steigerwald
fotos künstlerbuch: mario steigerwald
                                                                                      Ausschnitt des Textes «El Mar» in: "Una casa en la arena" von Pablo Neruda, editorial lumen 1966
Ausschnitt des Textes «El Mar» in: "Una casa en la arena" von Pablo Neruda, editorial lumen 1966

Der Text "El Mar" von Pablo Neruda (1904 -1973) wurde bisher noch nicht auf Deutsch veröffentlicht. Drei renommierte Übersetzer für spanischsprachige Literatur - Fritz-Rudolf Fries, Kurt Meyer-Clason, Fritz Vogelgsang - haben den Text bearbeitet und einer gemeinsamen Veröffentlichung zugestimmt.

Este cerco, esta puerta, hacia lo ilimitado, y por qué?
Heredamos los cercos, los candados, los muros, las prisiones.
Heredamos los límites. Y por qué?
Por qué no rechazamos a la hora de nacer cuanto nos concedían y cuanto no abarcábamos? Es que teníamos que estar de acuerdo antes de ser. Después de ser y saber se aprende a cercar y a cerrar. Nuestra mezquina contribucíon al mundo es un mundo más estrecho.

Ein außergewöhnliches Künstlerbuch durch die überzeugende Einheit
von Grafik und Text in meisterhafter Ausführung

 

“Dieser Zaun, diese Tür hinaus ins Grenzenlose – wozu?
Wir erben die Zäune, die Vorhängeschlösser, die Mauern, die
Gefängnisse.  Wir erben die Grenzen. Und weshalb?“

 

[aus: Pablo Neruda „El mar“ übersetzt von Fritz Vogelgsang 2004 in
„Das Meer“]

 

Im Sommer 2002 reiste Gisela Oberbeck nach Chile.
Zusammen mit der Fundación Pablo Neruda, Künstlern, Philosophen und
den Bewohnern des Ortes Isla Negra suchte sie nach den Grenzen
zwischen dem Meer, dem Zaun und der Erinnerung der Menschen.

Der historische Zaun mit Tausenden von Mitteilungen,
Geschichten und Botschaften existierte nicht mehr.
Sie fand nur noch wenige Latten der alten Umzäunung und verwendete diese
als „Druckstock“ für eine beispiellose künstlerische Aktion: Sechs Wochen lang
druckte und tupfte sie in einem kleinen gemieteten Haus am Meer das
Leporello „Das Meer und der Zaun“.

 

In diesen Grafiken ist es ihr gelungen, das Holz des alten Zaunes
in die Bewegung des Meeres zu integrieren.

Im ständigen Kontakt mit der Fundación in Santiago de Chile, Direktorin
Aída Figueroa-Yávar, und der Leiterin der „Casa Museo Isla Negra“,
María Eugenia Zamudio, erhielt G.O. den noch nicht übersetzten Neruda-Text
„El mar“ zu den vor Ort entstandenen Grafiken.

Neruda thematisiert hier – ebenso wie die Grafiken - das Verhältnis
des ungestümen Meeres zur Eingrenzung durch den Menschen.  
Die Fundación Neruda unterstützt das Vorhaben nachhaltig.

Zurück in München erarbeitete go zusammen mit der Schriftsetzerin
Christa Schwarztrauber die Integration von Grafiken, Texten und Schrift.
Drei bekannte und ausgewiesene Kenner und Übersetzer lateinamerikanischer
Literatur übertrugen den Text ins Deutsche.

Der Eindruck des spanischen Originaltextes in die Grafiken von Gisela
Oberbeck und der Textband mit den Übersetzungen wurden von Christa
Schwarztrauber typographisch gestaltet,  mit Blei- und Holzlettern gesetzt
und von Hand gedruckt.

(Pressetext von Stefanie Rothenburg-Unz)

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Zum Hintergrund des Künstlerbuches

Buch und Ausstellung (Gasteig 1990) des chilenischen Fotografen Luis Poirot,

der von 1982 – 1986 den Zaun um Nerudas Grundstück in Isla Negra als „immense kollektive Erinnerung“ dokumentierte.
(Luis Poirot: Pablo Neruda, Retratar la ausencia,

Dolmen Editiones, 1986, Neuauflage 2002).

1984 besuchte go zum erstenmal Isla Negra.

Seit dieser Zeit war sie tief beeindruckt von den Inschriften

auf dem Zaun um Nerudas Grundstück als Manifest des Widerstandes

und Wunsches nach Veränderung.